Optimierung meines Apo´s…

Ein kleines Projekt für Zwischendurch…

Vor einiger Zeit wollte ich meinen Skywatcher 120/900 Apo verkaufen, aber keiner wollte ihn haben… 🙁

Nun hab ich beschlossen den aufzurüsten um ihn als Sonnenteleskop zu verwenden. 💪

Bei dem ganzen hin und her hab ich viel gelesen und herumtelefoniert. Was brauch ich, wie ist das und jenes, usw…Da fiel mir ein, daß ich bei dem Apo (der eigendlich kein Aopochromat, sonder ein Achromat ist! Ein Apo hat drei oder mehrere Linsen zur Korrektur der Dispersion, ein Achromat nur zwei! (Berufschule für Optiker, 2. Klasse…)) ja schon öfter die Linsen zum Reinigen ausgebaut habe und die beinahe Haargenau in die Fassung passen… Hmmmm… Haargenau! Kälte, wärme, was passiert? Das ganze dehnt sich aus oder zieht sich zusammen! Was für mich bedeutete – ich muss die Linsen kleiner schleifen und so ein gewisses “Spiel” zwischen der Fassung des Tubus und der <linsen bringen. Bei dem Vorhaben, hab ich auch bemerkt, daß die optischen Mittelpunkte der beiden Objektivlinsen nicht zusammen passen. Die waren sicher 5mm versetzt zu einander… 😱 Kein Problem für einen Optikermeister – kleiner schleifen und justieren! 😃💪🙈 Das hab ich auch gemacht siehe Foto… Abends dann in die Linsenfassung Löcher gebohrt (für jede Linse 5) und Gewinde reingeschnitten um die Linsen per Schrauben in die optische Mitte zu bringen. Das brauchte ein paar Anläufe… Linsen schleifen, sauber machen, einlegen, justieren, Linse steht am Rand an, also wieder raus, schleifen, reinigen, justieren, ….Geschafft! Linsen liegen mit ihrem optischen Mittelpunkt perfekt übereinander. 💪Yeah! Apo (ich schreib weiterhin Apo, denn Achro hört sich nicht so gut an 😉) zusammengebaut. In der Zwischenzeit ist auch der 2Zoll Justierlaser von Gso (Danke Johann Schiffmann für den Tipp!!!) eingetroffen, denn von Hinten ists doch oft besser als von vorne… ( wer jetzt schlecht denkt, der/die soll sich schämen! 🤣)Aber jetzt kommts, der Laserpunkt ist nicht auf Achse…🥺😥

Erster Verdacht, die Rotatoren. Der Octo74 Oaz hat zwei möglichkeiten zu rotieren. Einmal vorne, da rotiert das ganze System incl Fokusierung, einmal hinten, da Rotiert nur die Kamera. Beides mit einer Stellschraube und 3 Kunststoffmadenschrauben. Eine ganze Nacht hab ich an den Schrauben gedreht…🙈 Der Laserpunkt zeichnet immer noch einen Kreis auf der Linse… Da muss wohl so eine Art Lichtkegel entstehen, dh die Spitze des Kegels liegt ganz hinten…. Bis ich geschnallt hab, dass die Verschraubung des 74mm auf 48mm Adapters schuld ist… Also hier mal Bastelalufolie eingesteckt und wieder versucht. Rotator gedreht und siehe da – der Laserpunkt bleibt an seinem Platz!😃💪💪💪

Ein kurzer Test am Stern ergab einen schönen runden Acturus Intra- sowie Extrafokal. Fokusiert eine Nadelstich mit gaaanz leichter verschiebung nach rot links unten. Egal so bleibts jetzt! 1000% besser als vorher!

Fazit:Der 120/900 ist ein guites Einsteigergerät. Mit etwas Aufwand aber kann der (oder ein ähnlicher anderer) sehr verbessert werden. Meiner Meinung nach, ist die Qualität der Linsen, dh Material, Vergütung, Schleifweise, etc… sehr gut! Die Verarbeitung ( Linsen ohne Freiraum eingebaut) eher das, was den Apo billiger macht als andere…Interessant ist (für mich) auch die Analyse der Linsen.

Ich habe ein Bild der Wellenfrontanalyse beigefügt, welche ich in meinem Geschäft gemacht habe um den optischen Mittelpunkt zu finden. Man sieht schön die abschwächung der Dioptire nach aussen hin bei der Pluslinse. Diese gleicht die Verstärkung der Minuslinse nach aussen hin aus. (nahezu) Für eine perfekte Optik, müsste man dann wohl sehr viel tiefer in die Tasche greifen…

Wer dies nun tatsächlich alles gelesen hat, der/die darf nun auch die Bildchen betrachten. 😉

CsMario

Erste Kontrolle mit dem Hotechlaser
der Octo74 Okularauszug von Lacerta-Teleskop – Austria
Wellenfrontanalyse der Sammellinse des Apo´s. Jeder Farbkreis zeigt eine Brechkraftänderung. Hier +3.4dpt in der Mitte
3,24dpt ca 3cm von der Mitte entfernt
Linsen kleiner schleifen – bzw die Angst vor der Zerstörung 🙂
Linsenjustage am Millimeterpapier
Linsenjustage per Laser
der GSO-Justierlaser
M48 Schraubverbindung des Lasers
der Laser in Aktion 🙂
die eigendliche Wurzel des Übels – der Schraubadapter
Schraubadapter-Gewindespiel mit 0,5mm Bastelfolie an der richtigen Stelle korrigiert.
Sterntest – Extrafokal
Sterntest intrafokal

Ps: Achromaten bzw Apochromaten werden oft als Frauenhoferapo´s bezeichnet. Frauenhofer setzte ein Sammellinse und dainter eine Zerstreuungslinse mit einem kleinen Luftspalt dazwischen. Tatsächlich handelt es sich hier um einen sogenannten Steinhell Achromaten, bei dem die Zertstreuungslinse Objektseitig ist und die Sammellinse hinten! 😉 *klugscheissende*

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