Die Suche nach Mikrometeoriten

Täglich fallen bis zu 100 Tonnen kosmischer Teilchen auf unsere Erde. Im Schnitt bedeutet das, pro Quadratmeter und Jahr sollte ein Mikrometeorit zu finden sein. Soweit die Theorie, denn diese Teilchen sind im Schnitt 0,25 mm klein… Beinahe alle haben aber etwas gemeinsam: Sie sind magnetisch! So kann man sie mit einem Magneten bequem auflesen. Auf Straßen und Wiesen gestaltet sich das ganze aber etwas schwierig, da die Verunreinigung hier sehr hoch ist. Auf Hausdächern hingegen ist das ganze etwas bequemer, abgesehen von der Höhe und der Dachschräge. Am besten eignen sich Flachdächer auf denen man gut kehren kann oder Dachrinnen bei steileren Dächern. In denen können die Mikrometeoriten (natürlich mit dem restlichen Schmutz vom Dach) relativ einfach aufgeschaufelt werden.

Also, mal rauf aufs Dach! 🙂

Blick von meinem Hausdach in Richtung Traunstein

Bewaffnet mit Kübel, Bürste und einer abgeschnittenen Cola-Dose, ging es ans reinigen der Dachrinnen.

Unglaublich, wieviel in Dachrinnen hängen bleibt!

Im nächsten Schritt muss das ganze getrennt werden und zwar in magnetische- und nichtmagnetische Teile. Dazu verwende ich einen Neodym Magneten mit einer Haftkraft von ca 75 Kg. Man steckt den Magneten in ein Plastiksäckchen und stöbert damit im gefunden Dreck. Den Magneten mit Säckchen, dann in ein weiteres Plastiksäckchen oder ein geeignetes Gefäß stecken und den Magneten herausziehen. So fallen die Teilchen in herunter und der Magnet bleibt sauber.

Da an den Mikrometeoriten und sonstigen magnetischen Teilen noch sehviel Schmutz anhaftet werden diese nun gereinigt. Ich reinige die in mehreren Durchgängen im Ultraschallbad.

Sind sie dann sauber, teile ich den gewonnenen “Sand” per Analysesiebe mit einer Maschenweite von 0,4mm, 0,3mm, 0,2mm. Da in diesen Größen die Warscheinlichkeit einen Mikrometeoriten zu finden am höchsten ist. (Mein Funde bisher haben die Größe zwischen 0,15mm und 0,25mm)

Sind sie dann separiert, geht es ab an das Mikroskop. Bei einer Vergrößerung von ca 20x wird durchgesehen und potenzielle Kandidaten ab einer Vergrößerung von ca 45x Indentifiziert. Mit einen angefeuchteten, angespitzen Holzstäbchen werden die vermeindlichen Mikrometeoriten in einer eigenen Petrischale vorerst abgelegt.

ein Blick durchs Mikroskop zeigt eisenhaltige “Steinchen” vom Dachziegel sowie Eisenspäne und einige kleiner Kügelchen.

Auf die kleinen Kügelchen, auch Sphärulen genannt habe ich es abgesehen. 98% von denen sind jedoch irdischen Ursprungs, wie zb aus Metallbearbeitungen wie schweißen, flexen,… , aber auch Feuerwerk bringt Sphärulen hervor, diese sind allerdings meist weiß. Mit etwas Übung erkennt man die Unterschiede ganz gut, wobei sich immer wieder Imitatoren einschleichen, welch erst auf den Fotos erkennbar sind.

Weiter geht es nun im Blogg “Meine Mikrometeoriten” und “Irdische Sphärulen

🙂

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